Das Wirtschaftsjahr 2025
Geopolitik und internationale Finanzmärkte
Das Jahr 2025 war weltweit von außergewöhnlich hoher politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt. Besonders die unberechenbare Handelspolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump belastete den Welthandel und sorgte immer wieder für starke Marktreaktionen. Einen Höhepunkt bildete der sogenannte „Liberation Day“ im April, als umfassende US-Importzölle angekündigt wurden. Aktienmärkte brachen kurzfristig ein, Anleiherenditen stiegen, der Euro wertete auf und der Ölpreis fiel deutlich. Die heftigen Marktreaktionen führten jedoch rasch zu einer Aussetzung der angekündigten Zölle.
Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren waren der anhaltende Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten sowie die politische Instabilität in Frankreich. Auch technologische Entwicklungen, etwa die Ankündigung günstiger KI-Modelle durch das chinesische Startup DeepSeek, sorgten für starke Bewegungen an den Technologiemärkten.
In der Geldpolitik setzte sich der globale Zinssenkungszyklus fort. Die Europäische Zentralbank senkte ihre Leitzinsen auf ein neutrales Niveau von rund zwei Prozent, während die US-Notenbank erst in der zweiten Jahreshälfte nachzog. Gleichzeitig blieb die Inflation in den USA vergleichsweise hartnäckig.
An den Anleihemärkten führten in Europa insbesondere neue staatliche Ausgabenprogramme zu steigenden Renditen.
Der Euro konnte im Jahresverlauf gegenüber vielen Währungen deutlich aufwerten, damit setzte sich diese Aufwertung auch in 2025 fort. Edelmetalle profitierten stark von der Unsicherheit und der Schwäche des US-Dollars – der Goldpreis überschritt erstmals die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze.
Trotz aller Turbulenzen entwickelten sich die Aktienmärkte insgesamt positiv. Getrieben von expansiver Fiskalpolitik, sinkenden Zinsen und KI-Investitionen erzielten viele internationale Leitindizes zweistellige Zuwächse. Dadurch stiegen allerdings auch die Bewertungen, insbesondere in den USA, auf ein hohes Niveau.
Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
Die deutsche Wirtschaft stabilisierte sich 2025 nach zwei Jahren rückläufiger Wirtschaftsleistung leicht, ohne jedoch eine echte Erholung zu erreichen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs um lediglich 0,2 %. Zwar sorgten Erwartungen höherer staatlicher Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz zeitweise für bessere Stimmung, doch die bereits erwähnten hohen globalen Unsicherheiten – insbesondere durch die US-Handelspolitik – sowie strukturelle Standortprobleme bremsten die Konjunktur weiterhin.
Wichtigste Stütze der Wirtschaft war erneut der Konsum. Die privaten Konsumausgaben legten preisbereinigt um 1,4 % zu, begünstigt durch nachlassende Inflationssorgen. Auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen.
Dagegen blieb das Investitionsklima schwach: Ausrüstungsinvestitionen und Bauinvestitionen gingen erneut zurück, wenn auch weniger stark als im Vorjahr.
Der Außenhandel entwickelte sich ebenfalls belastend. Exporte sanken leicht, während die Importe deutlich zunahmen, sodass der Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum dämpfte. Gründe waren unter anderem eine stärkere Konkurrenz aus China, die Aufwertung des Euros sowie protektionistischere US-Handelsmaßnahmen.
Am Arbeitsmarkt kam der langjährige Beschäftigungsaufbau zum Stillstand. Die Zahl der Erwerbstätigen stagnierte nahezu, während die Arbeitslosigkeit leicht anstieg und die Arbeitslosenquote auf 6,3 % kletterte.
Die Inflation blieb mit durchschnittlich 2,2 % stabil, wobei vor allem steigende Dienstleistungspreise preistreibend wirkten, während sinkende Energiepreise bremsend wirkten.
In der Finanzpolitik wurden die Kreditspielräume zur Finanzierung höherer staatlicher Investitionen ausgeweitet. Trotz dieser Maßnahmen sank das staatliche Defizit leicht auf 2,4 % des BIP, während die Schuldenquote moderat auf etwa 63 % anstieg.
Insgesamt blieb die wirtschaftliche Lage damit stabil, aber weiterhin von strukturellen Herausforderungen geprägt.
Bilanz der Genossenschaftsbanken
Trotz konjunktureller Stagnation haben die 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und sonstigen Genossenschaftsbanken in Deutschland ihr Kreditgeschäft im Geschäftsjahr 2025 aktiv ausgebaut und zugleich im Wettbewerb um Einlagen ein solides Wachstum erzielt. Nach vorläufigen Zahlen steigerten sie den Gewinn vor Steuern von rund 8,7 Mrd. € um 10,1 % auf rund 9,5 Mrd. €; das bilanzielle Eigenkapital wuchs um 3,7 % auf 69 Mrd. €. Die Risikovorsorge der Genossenschaftsbanken lag wie im Vorjahr mit rund 2,2 Mrd. € auf einem vorsorglich ausgerichteten Niveau, das die konjunkturelle Lage widerspiegelt.
Wachstum im Kundengeschäft
Die Kredit- und Einlagenbestände sind 2025 nahezu im Gleichschritt gestiegen: Kredite wuchsen um 3,8 % auf 827 Mrd. €, die Kundeneinlagen legten um 3,7 % auf 925 Mrd. € zu. Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken stieg um 2,7 % auf 1.240 Mrd. €. Der Zinsüberschuss stieg um 5,1 % auf 21,5 Mrd. € und erreichte damit einen Höchstwert im Fünfjahresvergleich. Maßgeblich hierfür waren gesunkene Zinsaufwendungen von minus 14,0 %, während die Zinserträge um 2,1 % zurückgingen.
Steigerung des Eigenkapitals
Ihr bilanzielles Eigenkapital steigerten die Genossenschaftsbanken 2025 um 3,7 % auf 69 Mrd. €. Die Rücklagen legten um 3,3 % auf 50 Mrd. € zu, die Geschäftsguthaben – also das gezeichnete Kapital – wuchsen um 4,8 % auf 19 Mrd. €. Gerade angesichts des hohen Investitionsbedarfs im Mittelstand etwa für energetische Sanierung und Digitalisierung ist diese gut dotierte Eigenkapitalausstattung wichtig, um in der Kreditvergabe weiter zu wachsen.
Wirtschaftliche Entwicklung in Dortmund und der Region
Das Wirtschaftsjahr 2025 war für das Geschäftsgebiet der Dortmunder Volksbank von anhaltender Zurückhaltung geprägt. Die bundesweite Konjunkturkrise – ein BIP-Wachstum von nur 0,2 % nach zwei Rezessionsjahren – hinterließ deutliche Spuren in Unternehmen und Branchen. Und doch verlief die Entwicklung in unserer Region nicht einheitlich: Neben Düsternis standen bemerkenswerte Investitionsprojekte und strukturelle Aufbruchsignale.
Dortmund: Konjunkturkrise trübt die Stimmung – Investitionsprojekte setzen Zeichen
Die wirtschaftliche Stimmung in Dortmund blieb 2025 ebenfalls von der anhaltenden Konjunkturschwäche geprägt. Der Konjunkturklimaindex der IHK zu Dortmund stagnierte bereits zum fünften Mal in Folge auf niedrigem Niveau und lag im Herbst bei 92,3 Punkten. Besonders der Handel stand unter Druck, während sich die Dienstleistungsbranche vergleichsweise stabil zeigte – ein Zeichen für den fortschreitenden Strukturwandel Dortmunds hin zu einer Dienstleistungs- und Wissensstadt. Auch in der Innenstadt wurde dieser Wandel sichtbar, etwa durch neue Geschäfte in der Thier-Galerie und die geplante kulturelle Nachnutzung des ehemaligen C&A-Gebäudes durch das Schauspiel Dortmund.
Gleichzeitig setzten mehrere größere Investitionsprojekte wichtige wirtschaftliche Impulse. Besonders im Bereich Gewerbeimmobilien und Logistik wurden bedeutende Entwicklungen angestoßen, darunter neue Logistik- und Gewerbeparks auf ehemaligen Industrieflächen in Dortmund-Dorstfeld sowie zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel. Diese Projekte stehen exemplarisch für die erfolgreiche Umwandlung früherer Industriestandorte in moderne Wirtschaftsflächen.
Ein zentraler Wachstumstreiber blieb zudem der TechnologiePark Dortmund mit über 300 Unternehmen und rund 13.500 Beschäftigten. Hohe Auslastungen in den Technologiezentren sowie neue Gewerbeflächen unterstrichen die Bedeutung des Standorts für technologieorientierte Unternehmen und Innovation.
Auch der Immobilienmarkt zeigte erste Erholungstendenzen: Der Geldumsatz stieg im ersten Halbjahr 2025 deutlich, ebenso die Zahl der Kaufverträge.
Insgesamt blieb die wirtschaftliche Lage zwar angespannt, doch Investitionen, Strukturwandel und eine zunehmende Dynamik am Immobilienmarkt setzten positive Signale für die weitere Entwicklung des Standorts Dortmund.
Kreis Unna: Strukturwandel mit Fördermitteln und knappen Flächen
Der Kreis Unna erlebte 2025 wirtschaftliche Höhepunkte, die seine Transformation vom ehemaligen Kohlerevier zum modernen Innovationsstandort weiter vorantrieben. Im Mai überreichte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur persönlich einen Förderbescheid über 23,5 Mio. € für den Aufbau des Bio-Economy-Campus in Bönen – ein Vorzeigeprojekt des Landes-Förderprogramms für ehemalige Kohlestandorte. Über das gesamte 5-Standorte-Programm flossen allein durch das bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH (WFG) angesiedelte Projektbüro bereits rund 34,4 Mio. € in den Kreis. Ebenfalls 2025: Amazon nahm in Werne sein neues Inbound-Crossdock-Zentrum offiziell in Betrieb, Aurubis in Lünen eröffnete eine neue Dampfspeicheranlage für klimafreundlichere Metallproduktion, und die Open Grid Europe eröffnete in Werne die europaweit einzigartige H2-Trainingsstrecke für Wasserstoff-Infrastruktur.
Gleichzeitig wurde die Knappheit an Gewerbeflächen im Kreis zum strukturellen Engpass. Die WFG startete 2025 eine Potenzialanalyse zur Reaktivierung von Brachflächen und Problemimmobilien und initiierte neue Vermarktungsverfahren für knappe Flächen mit Vergabekriterien, die Innovationskraft, Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzschaffung belohnen.
Hamm: Mittelständische Industrie unter Druck, Zukunftsprojekte in Sicht
Die Hammer Wirtschaft stand 2025 unter erheblichem Druck. Laut Konjunkturumfrage des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte – der auch für Hamm zuständig ist – bewertete die Mehrheit der befragten Mitgliedsbetriebe mit insgesamt über 30.000 Beschäftigten ihre Lage als ernst. Besonders alarmierend: In jedem einzelnen Erhebungsbereich – darunter Geschäftslage, Auftragslage, Ertragslage und Erwartungen – zeigte sich eine Verschlechterung. Die mittelständisch geprägte Industrie verzeichnete den vierten Rückgang der Produktion in Folge.
Zukunftsorientierte Projekte setzten dennoch Impulse: Zwischen Hamm und der Gemeinde Lippetal plant der US-Investor Blackstone an der A2 einen Rechenzentrum-Campus auf rund 27 Hektar. Ein Großprojekt, das die Bedeutung vorausschauender Flächenpolitik unterstreicht. Für die Stadtentwicklung setzte Hamm mit dem Vorhaben eines neuen MultiHub-Westfalen sowie der Revitalisierung von Innenstadtlagen Akzente, auch wenn die strukturellen Herausforderungen, wie u.a. knappes Flächenangebot, Leerstand in der Innenstadt und rückläufige Gewerbesteuereinnahmen, weiter bestehen.
Ostvest: Logistik als Wachstumstreiber
Die Ostvest-Region profitierte 2025 besonders von ihrer strategischen Lage an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Hellweg. Der SEGRO Park Dortmund, dessen erstes Baufeld auf dem Gelände eines früheren Steinkohlekraftwerks zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel liegt, steht sinnbildlich für den Strukturwandel in der Region: Ehemals schwere Industrie weicht modernen Logistik- und Gewerbeparks mit nachhaltiger Ausrichtung. Die wirtschaftliche Substanz der Region mit ihrer Dichte aus Logistik, Dienstleistungen und Gesundheitswirtschaft erwies sich auch im schwierigen Konjunkturumfeld als tragfähig.
Die Dortmunder Volksbank
2025 war ein Jahr, das forderte und das zeigte, worauf es wirklich ankommt. Ein Jahr, in dem wir uns als Dortmunder Volksbank als das bewährt haben, was wir seit unserer Gründung sind: eine Mitgliederbank, die Verantwortung für ihre Region trägt. Nah, verlässlich und mit langem Atem.
Fusion: Eine Stadt, eine Volksbank
Der wohl prägendste Schritt des Jahres 2025 war die Fusion mit der ehemaligen Volksbank Dortmund-Nordwest eG: Die juristische Umsetzung erfolgte am 8. Oktober 2025, die technische einen Monat später am 8. November 2025. Ein langgehegtes Ziel ist damit Wirklichkeit geworden: Die Dortmunder Volksbank ist nun die eine Volksbank auf Dortmunder Stadtgebiet. „Eine Stadt, eine Volksbank“ – was lange als Vision formuliert wurde, ist nun spürbare Realität. Neue Teams, neue Perspektiven und die gemeinsame Aufgabe, etwas zusammenwachsen zu lassen, was schon immer zusammengehörte.
Durch die Fusion wuchs unsere Belegschaft auf 1.353 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.267): ein Plus von 86 Personen. Allein 100 Kolleginnen und Kollegen kamen aus dem Dortmunder Nordwesten hinzu, ergänzt durch weitere 114 Neueinstellungen im Laufe des Jahres, darunter 45 Auszubildende. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel für viele Unternehmen zur drängenden Herausforderung wird, ist dieser Zuwachs an qualifiziertem Personal ein echter Standortvorteil.
Mitglieder: Das Herzstück der Genossenschaft
Mitgliedschaft bleibt das Thema Nummer eins in unserem Haus. 2025 haben wir 7.502 neue Mitglieder gewonnen (2024: 7.937). Zusammen mit den Mitgliedern der ehemaligen Volksbank Dortmund-Nordwest eG zählen wir zum Jahresende 2025 insgesamt 216.645 Mitglieder. Im bundesweiten Ranking des BVR belegen wir in unserer Vergleichsgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken mit mehr als 5 Mrd. € Bilanzsumme und mit einer Mitgliederquote von 74,6 % den zweiten Platz. Das ist eine Platzierung besser als im Vorjahr und ein deutliches Signal, dass unser neues Mitgliedschaftskonzept „Vokus Mitgliedschaft“, das wir bewusst mit Volksbank-V schreiben, wirkt.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Die digitale Transformation blieb auch 2025 ein zentrales Schwerpunktthema. Im Kontakt mit Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden stiegen die Nutzungsquoten unseres Onlinebankings auf 75,8 % (Vorjahr: 73,0 %) und der VR-Banking-App auf 67,8 % (Vorjahr: 64,2 %). Diese positive Entwicklung werden wir auch weiterhin ausbauen.
Im Bereich Nachhaltigkeit haben wir kontinuierlich an unserem CO2-Fußabdruck gearbeitet: Neue Photovoltaikanlagen – unter anderem in Dortmund-Hörde – sowie Dachbegrünungsmaßnahmen an der Dortmunder Hauptstelle, neue E-Ladesäulen und ein optimiertes Druckerkonzept mit Follow-to-Print-Technologie trugen dazu bei. Darüber hinaus wurden ESG-Kriterien verstärkt in die Firmenkundenberatung und Kreditentscheidungen integriert. Ein weiterer Schritt in Richtung umfassender Transformationsbegleitung für die Unternehmen in der Region.
Auszeichnungen und Geschäftsentwicklung
Besonders hat uns gefreut, dass die Qualität unserer Arbeit 2025 mehrfach extern bestätigt wurde: Das Handelsblatt zeichnete uns als einen der „Besten Ausbilder in Deutschland“ aus (Platz 28 bundesweit, Platz 3 in der Branche Finanzen), das Magazin „Stern“ wählte uns zu „Deutschlands Besten Arbeitgebern für Frauen 2026“, und die Bewertungsplattform „kununu“ verlieh uns zum fünften Mal in Folge den Titel „Top Company“. Außerdem belegte unser neues Kontomodell „Giro Classic“ im Vergleichstest des Magazins „Euro“ den 1. Platz in Dortmund. Diese Auszeichnungen zeigen: In der Dortmunder Volksbank stimmen Qualität und Preis-Leistung.
